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Dass der Wärmemarkt enormes Potenzial für die Energiewende birgt, ist längst bekannt: Durch den Einsatz moderner Heiztechnik sowie die Nutzung regenerativer Ressourcen lassen sich große Mengen an Energie und schädlichen CO2-Emissionen einsparen. Eine zentrale Rolle für die Umsetzung der klimapolitischen Ziele spielen jedoch nicht nur Immobilienbesitzer und Energiedienstleister – die entscheidenden Impulse müssen von der Politik ausgehen. Genau das war am 30. Januar 2018 Thema der 9. Deutschen Wärmekonferenz in Berlin.

Über 220 Vertreter aus Politik, Verbänden, Industrie und Medien diskutierten am 30. Januar 2018 in Berlin die Zukunft des Wärmemarkts sowie das Thema der Wärmewende. Unter dem Titel „Neue Bundesregierung: Aufbruch zur Wärmewende!?“ fand dort die 9. Deutsche Wärmekonferenz statt. Das Symposium verknüpft zentrale Themen der Heizungsbranche mit dem politischen Diskurs und wird von den drei Spitzenverbänden der Heizungsindustrie veranstaltet: dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), dem Deutschen Großhandelsverband Haustechnik (DG Haustechnik) und dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). In diesem Jahr richtet sich der Appell der Konferenz ganz klar an die Politik und somit die künftige Bundesregierung, die Wärmewende in der kommenden Legislaturperiode konkret zu fördern und mit steuerlichen Anreizen energetische Modernisierungsmaßnahmen voranzutreiben.

„Klima, Energie, Umwelt“ – Ergebnisse der Hauptstadtpolitik
Die Ergebnisse der Sondierungsgespräche im Bereich Klima, Energie und Umwelt sind ernüchternd. Das ursprünglich für 2020 festgesteckte Klimaziel, den CO2-Ausstoß im Vergleich zum Jahr 1990 um 40 Prozent zu verringern, wird von der Politik jetzt als unerreichbar eingestuft. Die klimapolitischen Ziele scheinen in den Hintergrund zu rücken – die geplanten Investitionen für den Bereich Gebäudeeffizienz umfassen nur einen Bruchteil der voraussichtlichen Mehreinnahmen des Staates. Dabei müsste laut den Veranstaltern der Klimakonferenz genau das Gegenteil der Fall sein, um den Wärmemarkt effizient für die Energiewende zu nutzen. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode ist im Hinblick auf die Energiewende kaum etwas passiert: Die Politik setzt auf Informations-Kampagnen anstatt energetische Gebäudestandards aktiv durchzusetzen und schiebt so die komplette Handlungsverantwortung auf den Verbraucher. 

Sanierungsstau stoppen
Kosten und Aufwand der energetischen Sanierung bilden für Immobilienbesitzer hohe Barrieren. Dabei bestehe vor allem im Gebäudebereich, als einem der stärksten Energieverbrauchssektoren, Handlungsbedarf, so der Konsens der Konferenz. Für die Energiewende brauche es dort vor allem eins: gute Dämmung und den effektiven Einsatz erneuerbarer Energien. Denn klimaverträgliches Wohnen sei dank neuer und energieeffizienter Techniken heute durchaus möglich und auch das Fachhandwerk stehe in den Startlöchern, ebendiese Techniken in die Immobilien zu bringen und auf diese Art und Weise die Wärmewende umzusetzen. Die Politik müsse hier mit technologieoffenen steuerlichen Anreizen auf den Plan treten und den Sanierungsstau in Deutschland so auflösen. Klare Ziele müssten formuliert und die Erreichung dieser Ziele dann durch Regulierung, Förderung und Besteuerung aktiv vorangetrieben werden. So könne durch ein wirkungsvolles Zusammenspiel von Politik, Handwerk und Verbrauchern die Energiewende aktiv gefördert und so Schritt für Schritt umgesetzt werden.