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Laub besser nutzen! Jedes Jahr im Herbst ist es wieder soweit, die Bäume werfen ihre Blätter ab und das nicht zu wenig. Bis zu 700.000 Tonnen Laub fallen in deutschen Gemeinden und Städten ab dem Spätsommer schätzungsweise jedes Jahr zu Boden. Diese Massen müssen von Straßen und Gehwegen entfernt werden und lagern ungenutzt auf Kompostieranlagen. Dabei besitzt Laub als Nuturprodukt ähnlich wie Holz viel Potenzial um als Brennstoff genutzt zu werden. Doch wie kann Laub überhaupt energetisch brauchbar gemacht werden und welche Vorbehandlungen sind nötig, um aus Blättern klimaneutrale Energie zu gewinnen?

Laub verrottet oft sehr langsam, brennt aber gut – Während jeden Herbst aufs Neue die gesammelte Biomasse die Kapazitäten von Kompostieranlagen verhältnismäßig lange blockiert, könnte eine alternative Verwertung wie die Verbrennung neue Potenziale des ungenutzten Naturprodukts zum Vorschein bringen. Denn richtig aufbereitet hat Laub nicht nur gute Brenneigenschaften, sondern könnte biobasiert zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden.

Wärme und Strom aus Laub – ein Zukunftsgedanke?

Laub verbrennen statt kompostieren, damit beschäftigen sich die Forscher des Fraunhofer Instituts für Umwelt, Sicherheits- und Energietechnik in dem Projekt LaubCycle. In der Theorie eignet sich Laub als biogener Rohstoff gut für die Verwendung in Biomassekraftwerken, die daraus Strom und Wärme erzeugen. Allerdings sind in der Praxis mit diesem Vorhaben Herausforderungen verbunden, die es zukünftig zu lösen gilt: Denn das entsorgte Laub enthält Reststoffe wie Erdanhaftungen, Steine oder Sand, die bei der Verbrennung einen erheblichen Ascheanteil von bis zu 50 Prozent im Extremfall produzieren. Hinzu kommen der Umstand des saisonal stark abweichenden Aufkommens des Naturprodukts sowie je nach Witterung unterschiedliche Feuchtegehalte, die die Trocknung zu einem wichtigen Kapitel des Prozesses machen. Um konstant einen kosteneffizienten und nachhaltigen Brennstoff zu erhalten, bedarf es zukünftig entsprechender Aufbereitungs- und Lagerverfahren.

Doch der Zukunftsgedanke ist vielversprechend: Entstehen soll letztendlich ein Konzept für die Nutzung regionaler Brennstoffe zur Energiegewinnung in Biomassefeuerungen sowie von Nährstoffen auf Böden. Ein Potenzial, welches in jeder Stadt und auch besonders im ländlichen Raum in großen Mengen nutzbar wäre. So könnten Kommunen auf der Basis des neuen Brennstoffs lokal und bedarfsgerecht klimaneutrale Energie in Form von Wärme und Strom gewinnen. Außerdem ließe sich die bei der Verbrennung anfallende Asche, nach Angabe des Fraunhofer-Instituts, als Pflanzendünger nutzen – ein geschlossener Kreislauf entstünde.

Zukünftige Analysen des Laubs und der entstehenden Asche, Untersuchungen zur Aufbereitung sowie der Einfluss der Laubqualität auf die Emissionen bei der Verbrennung werden zeigen, ob sich Laubbriketts mit guten Verbrennungseigenschaften und unkritischen Emissionswerten durchsetzen.