Klimaschonend heizen. Der Klimawandel bekräftigt den Wunsch, nachhaltiger zu leben mehr denn je. Rekordkosten für fossile Brennstoffe durch den Ukraine-Krieg und die Sanktionen gegen Russland, lassen zudem viele Menschen nach preiswerteren Alternativen suchen. Auch die Bundesregierung treibt die Energiewende voran: Ab 2024 sollen jährlich 500.000 Wärmepumpen installiert werden. Wärmepumpen arbeiten sehr umweltfreundlich, da sie die Umgebungswärme zur Beheizung von Gebäuden nutzen. Doch wie funktionieren sie und welche Varianten gibt es?
Ohne Öl und Gas durch die kommende Heizsaison. Wärmepumpen beziehen fast dreiviertel ihres Energiebedarfs aus ihrer Umwelt. Um diese Energie zu nutzen, benötigen sie lediglich Strom für den Betrieb von Antrieb und Pumpe. Auch die Bundesregierung hat die Vorteile von Wärmepumpen erkannt: Ab 2024 sollen jährlich 500.000 Wärmepumpen installiert werden, so die gemeinsame Zielsetzung von Bunderegierung und Akteuren aus der Wärmewirtschaft, Gewerkschaften, Verbraucherschutzverbänden und dem Handwerk. Zusätzlich soll jede neu installierte Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Wärmepumpen eignen sich nicht nur für den Neubau, sondern auch für die Umrüstung von bestehenden Energieträgern in privaten und gewerblichen Gebäuden. In den nächsten Jahren stehen dafür laut Angaben der Bundesregierung zwischen 13 und 14 Milliarden Euro bereit.
Wärmepumpen – Funktionsweise und Varianten
Wärmepumpen sind mit Kühlschränken vergleichbar – sie funktionieren nur genau umgekehrt. Kühlschränke entziehen aus ihrem Inneren die Wärme und geben sie nach außen ab. Eine Wärmepumpe zieht sich aus den Wärmequellen Wasser, Erde oder Luft in der Umgebung die Wärme und gibt sie in den Heizkreislauf eines Gebäudes ab. Dabei werden verschiedene Varianten unterschieden: Bei Erd- und Wasser-Wärmepumpen geschieht die Wärmeübertragung über ein Kältemittel oder Sole – ein mit Frostschutzmittel versetztes Wasser. Bei Luft-Wärmepumpen erfolgt die Übertragung über einen Ventilator, der die Außenluft ansaugt und die Umgebungswärme an die eigentliche Wärmepumpe abgibt. Luftwärmepumpen sind einfach zu installieren. Bei den anderen Varianten sind größere Eingriffe in Boden und Bausubstanzen erforderlich.
Vor- und Nachteile von Wärmepumpen
Die Nutzung von kostenfrei verfügbaren Wärmequellen sowie die Punkte Sparsamkeit und Kosteneffizienz sind die größten Vorteile einer Wärmepumpe. Im Vergleich zu einer Gas- oder Ölheizung produzieren sie außerdem bis zu 90 Prozent weniger CO2. Sie sind zudem weniger wartungsanfällig. Vor allem Wasser-Wärmepumpen zeichnen sich durch eine besonders hohe Lebensdauer aus. Die meisten Wärmepumpen lassen sich im Sommer auch als effiziente Kühlsysteme nutzen, sofern eine Fußbodenheizung vorhanden ist. Überschüssige Wärme in den Innenräumen wird dabei aufgenommen und über den Heizkreislauf nach außen abgegeben. Damit eine Wärmepumpe möglichst effizient arbeiten kann, ist eine gute Wärmedämmung des Hauses erforderlich. Aufgrund der teils umfangreichen Eingriffe in Boden und Bausubstanz ist eine ausführliche Planung ratsam. Wird der für die Pumpe verwendete Strom fossil erzeugt, verschlechtert sich die Ökobilanz der Wärmepumpe entsprechend.