Hallo Frühling – Hallo Insektensaison! Wenn es nach den kalten Wintertagen an der frischen Luft wieder summt und brummt ist klar, der Frühling ist da. Doch zunehmend wird es immer leiser und stiller in Deutschlands Gärten und Grünanlagen. Dabei ist die Zahl der Insekten in Deutschland nicht nur zurückgegangen, sie ist regelrecht eingebrochen: So berichten Studien von dem Verschwinden von fast dreiviertel aller Fluginsekten im Verlauf von nicht einmal dreißig Jahren. Höchste Zeit zum Handeln: In der Politik ist es angekommen, das Insektensterben muss aufgehalten werden. So sieht das in Kraft getretene Gesetz zum Schutz der Insekten unter anderem vor, Biotope wie Streuobstwiesen und artenreiches Grünland als Lebensräume zu erhalten. Zudem sollen Änderungen der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung dafür sorgen, mehr und bessere Lebensräume für Insekten wieder einzuführen. Dazu wird der Einsatz von Glyphosat eingeschränkt und bis Ende 2023 sogar ganz verboten. Zusätzlich soll in Schutzgebieten ebenfalls der Einsatz zahlreicher anderer Pflanzenschutzmittel verboten und an Gewässerrändern Pestizid-Einsatzverbote erlassen werden.
Das große Insektensterben
Die Gründe für das Insektensterben sind vielfältig: Klimawandel, Monokulturen, Überdüngung und die Versiegelung von Grünflächen schränken den Lebensraum und die Nahrungsquellen von Insekten immer weiter ein. Die Gärten sind penibel angelegt und aufgeräumt. Abfälle, Laubreste oder Schnitte von Sträuchern landen sofort in der Biotonne. Auf der anderen Seite kommt der Einsatz von Pestiziden auf Grünflächen, Feldern und Wiesen dazu: Diese treffen oft nicht nur die Schädlinge, sondern auch alle anderen Insekten in naher Umgebung. So wird es für Bienen, Hummeln und Co. zunehmend schwerer, geeignete Plätze zum Überwintern und zum Nisten zu finden sowie genügend Nahrung. Die Konsequenz: Ohne nützliche Insekten verarmen Lebensräume und Ökosysteme brechen zusammen. Denn mehr als 85 Prozent aller Pflanzenarten sind abhängig von Bestäubung, darunter vielerlei Pflanzen, die zur Grundlage der weltweiten Ernährung zählen. So sind Bestäuber u.a. für etwa 35 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion verantwortlich. Ein riesiger Wirtschaftsfaktor: Denn alleine ihre Bestäubungsleistung wird auf 153 Milliarden Euro im Jahr geschätzt.
Insektenhotels, Nisthilfen & Co.
Mit Arten- und Naturschutz zur Nachhaltigkeit: Nicht nur in der Politik werden immer mehr Gesetze für den Umwelt- und Artenschutz erlassen. Auch in der Bevölkerung wird das eigene Nachhaltigkeits- und Umweltbewusstsein immer größer. Der Trend von Insektenhotels, Nisthilfen und Co. bietet Einzelpersonen eine gute Möglichkeit dem Insektensterben vor der eigenen Haustür und im eigenen Garten entgegenzuwirken, indem sie verschiedensten Insekten einen geschützten Platz vor Wind oder Regen und eine sichere Überwinterungs- oder Nisthilfe anbieten.
Beim Bau von Insektenhotels gibt es jedoch einiges zu beachten, so sind vor allem die richtigen Materialien, eine artgerechte Bauweise sowie der richtige Standort entscheidend, um von einer Vielfalt von Insekten genutzt werden zu können: Von Wildbienen, Hummeln, Wespen, verschiedenen Käferarten bis hin zu Ohrwürmern, Glühwürmchen und Schmetterlingen. Großes entsteht immer im Kleinen – Zum Erhalt der Artenvielfalt im heimischen Garten kann jeder seinen Beitrag leisten und mit geeigneten Nisthilfen die Nützlinge vor dem Aussterben retten.