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Jedes Jahr werden in Deutschland 14 Millionen Tonnen Plastik verbraucht – so viel wie in keinem anderen Land Europas. Ein Großteil davon wird für Verpackungen und Plastiktüten hergestellt, die nach nur wenigen Minuten wieder entsorgt werden – die durchschnittliche Gebrauchsdauer einer Plastiktüte liegt bei gerade einmal 25 Minuten. Der enorme Verbrauch führt zu immer weiter ansteigenden Müllbergen, die sowohl die Umwelt als auch die Meere verschmutzen – insgesamt landen jährlich rund 10 Millionen Tonnen Müll im Meer, mehr als 75 Prozent davon Plastik. Das hat verheerende Folgen für Klima und Umwelt.

Die Problematik des enormen Plastikkonsums beginnt bereits bei der Herstellung des Werkstoffs – denn zur Produktion von einem Kilogramm Plastik wird mindestens die doppelte Menge Öl benötigt. Die ohnehin begrenzten Ressourcen der Erde schwinden so rasend schnell – für die Fertigung eines Produkts, das in vielen Fällen nach einmaligem Gebrauch weggeschmissen wird. Sowohl bei der Herstellung wie auch beim Transport und der Entsorgung von Plastik werden außerdem große Mengen an Energie verbraucht, was wiederum zu einem erhöhten Ausstoß von schädlichem CO2 führt und die Umwelt – neben im Produktionsprozess entstehenden und in die Umwelt gelangenden giftigen Abgasen, Abfällen und Unmengen an Abwasser – belastet. Zusätzlich werden im Plastik enthaltene Schadstoffe – Weichmacher, Stabilisatoren oder Flammschutzmittel – mit der Zeit an die Umgebung abgegeben und gelangen so in Lebensmittel, Hausstaub, Atemluft und auf diesem Wege schließlich in den menschlichen Körper.

Klima und Ressourcen schützen

Neueste Forschungsergebnisse zeigen: Auch das Klima wird durch Plastikmüll in Mitleidenschaft gezogen. Einmal entsorgt, verwittert Plastik – wenn es nicht recycelt wird – in der Umwelt unter Einfluss von Sonnenlicht und zerfällt zu Mikropartikeln. Dabei entstehen klimaschädliche Gase wie zum Beispiel Methan, die im Verlauf des Zersetzungsprozesses an die Umwelt abgeben werden. Auch unter Wasser produziert Plastikmüll Treibhausgase wie Methan und Ethylen, die für einen immer weiter ansteigenden Treibhausgaseffekt verantwortlich sind. Auch bei der Verbrennung entweichen große Mengen an CO2 in die Atmosphäre. Angesichts der immer weiter steigenden Plastikproduktion wird der Ausstoß von Treibhausgasen durch die Verwitterungsprozesse und Verbrennung in Zukunft zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Leben ohne Plastik

Der Verzicht auf Plastik leistet einen wichtigen Beitrag gegen die Verschwendung von Ressourcen und für den Klimaschutz. Einfachstes Mittel: auf Plastiktüten und Einwegprodukte verzichten und so die riesigen Mengen an Kunststoff in Meeren und Umwelt verringern, die dort das ökologische Gleichgewicht stören und Klima und Umwelt nachhaltig schaden. Viele Produkte, die klassischerweise aus Kunststoff hergestellt werden, gibt es heute schon als plastikfreie Alternative: Warum also nicht auf Zahnbürsten aus Holz, Seife am Stück oder wiederverwendbare Kaffeebecher statt der To-Go Variante aus Pappe und Kunststoff setzen.