Bewusster als je zuvor beschäftigen sich Menschen aller Schichten und Nationen mit einem Problem – dem Klimawandel. Ob Privat oder auf der Arbeit, überall verstärkt sich der Gedanke, auf den eigenen ökologischen Fußabdruck zu achten. Die einen verzichten auf innerdeutsche Flugreisen, andere denken über mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit Lebensmitteln nach und wiederum andere über die Anschaffung eines Elektroautos. Einen breiten Bereich des heutigen Lebens lassen dabei aber viele außer Acht: das Internet. Sobald es sich um virtuelle Prozesse handelt, die man nicht sehen oder anfassen kann, setzt das Umweltbewusstsein aus. Doch auch hier kann etwas in puncto Nachhaltigkeit getan werden.
Energiefresser: Internet
Das Internet verbraucht riesige Mengen an Energie, inzwischen genauso viel Energie wie die globale Luftfahrt und der Verbrauch steigt kontinuierlich an. Mit dem Energieverbrauch steigt auch die CO2-Belastung. Doch warum verbraucht das Internet so viel Energie? Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck des Internets nimmt vor allem der ständig wachsende Datenaustausch. Je mehr Medien und Inhalte beispielsweise bei einer Suchanfrage angefordert werden, desto schwerer sind die ankommenden Datenpakete belastet. In den Rechenzentren liegen auf unzähligen Servern weltweit Daten, dessen Zugriff beispielsweise für Suchanfragen oder die Nutzung sozialer Netzwerkplattformen nötig ist. Dabei wird Energie verbraucht und Wärme entsteht. Serverräume müssen daher konstant gekühlt werden. Um jederzeit Zugriff auf das Internet zu haben, sind die Rechenzentren 24-Stunden in Betrieb – das verbraucht Strom.
Nachhaltigeres Netz
Es steht und fällt mit der Energiequelle: Während einige Unternehmen noch auf fossile Brennstoffe setzen, haben andere große Unternehmen die Energieversorgung ihrer Server bereits auf erneuerbare Energien umgestellt. Aber auch kleinere Unternehmen können den Fokus auf Energieeffizienz legen. Neben alternativen Energiequellen, ist es oftmals schon ein Anfang die eigenen Datenmengen zu reduzieren – ob im Beruf oder im Alltag. Beispielsweise lassen sich die Datenmengen einer Website gezielt begrenzen, sodass genau überlegt werden muss, welche Inhalte unbedingt benötigt werden und welche überflüssig sind. Eine solche Reduzierung hat nicht nur positive Auswirkungen auf den Energieverbrauch, sondern auch auf die Ladegeschwindigkeit für den Nutzer am anderen Ende der Kette. Privat im Netz bedarf es ein gesundes Bewusstsein für die analoge Welt zu bewahren. Mit dem Verständnis, dass beispielsweise soziale Netzwerke und Streamingdienste im Hintergrund enorme Energie verbrauchen, können einige Nutzer ihr Streaming- und Surfverhalten zu einem verantwortungsvolleren Umgang überdenken.
Potenziale des Internets
Einsparpotenziale gibt es viele, wenn man die Potenziale des Internets zu Gunsten der Umwelt nutzt: Beispielsweise können Telefon- oder Videokonferenzen noch stärker Geschäftsreisen ersetzen und so Flugzeug- und Autoabgase einsparen. Ebenso sparen die digitale Arbeit und der Emailverkehr einen hohen Verbrauch an Papier ein. Das Bewusstsein für die Umwelt von der analogen in die digitale Welt zu übertragen, ist die Hauptaufgabe für das Internet der Zukunft, um sich den Konsequenzen des digitalen Handels bewusst zu werden.