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Solarpflicht: 89 Prozent, der für Solaranlagen geeigneten Dachflächen, sind in Deutschland ungenutzt. Eine große Fläche, die für die Energiegewinnung mit natürlichen Ressourcen genutzt werden könnte. Weg von fossilen Rohstoffen – Im Zuge des Klimawandels muss in Sachen Energiegewinnung schleunigst ein Umstieg auf regenerative Energien wie Wind-, Wasser-, oder Sonnenkraft erfolgen. Um die Energiewende voranzutreiben, bleiben gesetzliche Klimamaßnahmen nicht aus: Die solare Baupflicht soll helfen. Doch was verbirgt sich genau hinter einer sogenannten Solarpflicht und wie steht es um die Entwicklung einer solchen Regelung für alle?

Der Klimawandel ist in vollem Gange, höchste Zeit fossiler Energie den Rücken zu kehren und volle Kraft in erneuerbare Energien zu stecken. Um die Energiewende zu beschleunigen, müssen ambitionierte Ziele her: So will die Bundesregierung zum Jahr 2030 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gewinnen und bis zu 50 Prozent der Wärme klimaneutral produzieren. Ebenso soll die Photovoltaik-Leistung von aktuell knapp 50 Gigawatt auf etwa 200 Gigawatt steigen – obwohl der Großteil, der für Solarpaneelen geeigneten Dachflächen, aktuell nicht zur Energiegewinnung genutzt wird. Ein neues Gesetz soll künftig helfen: die solare Baupflicht.

Die Lösung: die Solarpflicht?!

Als Teil der Klimaschutzmaßnahmen, sollen Eigentümer von Neubauten oder Bestandsgebäuden künftig zur Installation von Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen verpflichtet werden – so die Idee. Mit dieser Maßnahme soll der Ausbau regenerativer Energien beschleunigt werden. In Richtung Klimaneutralität bis 2045 wäre die Solarpflicht ein großer Schritt. Denn beim Ausbau von Solaranlagen auf privaten und gewerblichen Gebäuden herrscht noch ein enormes Verbesserungspotenzial. Kritik am angedachten Gesetz gibt es trotzdem, besonders wenn es um die allgemeinen Kosten geht. Mit der Installation einer PV-Anlage und der daraus resultierenden Stromkostenersparnis gehen perspektivisch aber auch erhebliche finanzielle Vorteile einher. Zusätzlich profitiert man von größerer Unabhängigkeit, von dem aktiven Beitrag zum Klimaschutz abgesehen.

Solarpflicht in der Entwicklung

Aktuell wird das weitere Vorgehen zur Solarpflicht durch jedes Bundesland individuell geregelt, da eine solche Pflicht auf Bundesebene noch in Planung ist. Als erstes Bundesland hat Baden-Württemberg die Solarpflicht für Wohngebäude eingeführt. Damit müssen alle neuen Nichtwohngebäude und alle neuen Wohngebäude nun verpflichtend eine Solaranlage installieren. Ab Januar 2023 gilt die solare Baupflicht dann ebenfalls für die Dachsanierung bestehender Gebäude. Auch die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen haben ab spätestens 2023 eine Solarpflicht für Wohngebäude verabschiedet.

In anderen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder dem Freistaat Bayern gelten bereits abgeschwächte Varianten der Solarpflicht, in der gewerblich genutzte Gebäude sowie Parkplatzflächen inbegriffen sind. Auf kommunaler Ebene haben einzelne Städte wie Waiblingen, Tübingen, Amberg, Marburg sowie Bonn nachgezogen und eine Solarpflicht für Neubauten eingeführt. Während für gewerbliche Neubauten bundesweit eine Solarpflicht geregelt werden soll, ist unklar, ob und in welcher Form eine umfassende Solarpflicht für alle Gebäude kommen wird. Dennoch ist deutlich, dass das Thema in den kommenden Jahren immer wichtiger wird, um Klimaneutralität zu erreichen.