Die Bau- und Wohnungswirtschaft nutzt vielfältige Wege zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung ihrer täglichen Arbeit. Ein häufig praktizierter Ansatz ist das Outsourcing bestimmter Aufgabenfelder. So übergeben viele Unternehmen nicht selten Gartenpflege, Gebäudereinigung, Hausmeister- oder Sicherheitsdienste an externe Spezialisten. Weniger verbreitet ist bislang die Übertragung der Wärmeversorgung an professionelle Contracting-Dienstleister, die einen zeitgemäßen Komplettservice bieten, der von der Planung, der Finanzierung und der Bereitstellung bis hin zum Betrieb effizienter Heiztechnik reicht. Eine attraktive Alternative mit zahlreichen Vorteilen, wie ein Beispiel aus der Praxis zeigt.
Die Neubaumaßnahme „Südliche Furth“ ist das ehrgeizigste Projekt, das der Neusser Bauverein bisher verwirklicht hat. Auf dem 28.349 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Neusser Container-Bahnhofes entstanden mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen insgesamt 255 barrierefreie Mietwohnungen einschließlich 36 Appartements in Wohn- und Pflegegruppen. Wo früher Güterzüge rangiert wurden, errichtete man ein Vorzeige-Neubauquartier mit einer Nettowohnfläche von rund 18.500 m², in der das Konzept des generationenübergreifenden Wohnens erfolgreich umgesetzt wird.
Eine optimale, zuverlässige und effiziente Energieversorgung darf dort natürlich nicht fehlen. Daher entschloss man sich bereits in der Planungsphase dazu, die Wärmeerzeugungsanlage komplett in professionelle Hände an den Contracting-Dienstleister gc Wärmedienste GmbH (german contract) zu übergeben. Dabei übernahm der Contractor nicht nur die technische Planung, die Installation und den Betrieb der neuen Heiztechnik, sondern finanzierte diese auch. Die Liquidität des Bauvereins wurde somit nicht belastet, wodurch dieser während der Bauphase über einen höheren finanziellen Planungsspielraum verfügte.
Speziell auf das Objekt ausgerichtete innovative Technik bildete die Grundlage für eine optimale Energiebilanz. Mit einem in einem separaten Gebäude installierten erdgasbetriebenem Blockheizkraftwerk BHKW werden Wärme und Strom selber produziert, was dazu führt, dass der selbst produzierte Strom etwa den dreifachen Wert von der eingesetzten Primärenergie hat. Zudem erreicht ein BHKW einen sehr hohen Gesamtwirkungsgrad. Im Gegensatz zur reinen Stromerzeugung, bei der nur 40 Prozent des Energiegehalts des Brennstoffs genutzt werden, sind es im BHKW ca. 90 Prozent. Dies sind Vorteile, die sich bemerkbar machen: Durch das effiziente Energiekonzept gelingt es, den Wohnraum für die Mieter langfristig attraktiv und bezahlbar zu machen.